Home Rundbrief alte Ausgaben Jahrgang 2013 Festivalförderung: Filmfestivals in Niedersachsen fordern neue Landesregierung zum Handeln auf
Festivalförderung: Filmfestivals in Niedersachsen fordern neue Landesregierung zum Handeln auf PDF Drucken E-Mail
Festivalnetzwerk Niedersachsen
Ein Jahr nach der ersten öffentlichen Stellungnahme zum drohenden Wegfall der EFRE-Förderung meldet sich das niedersächsische Festivalnetzwerk erneut zu Wort.

"Wir appellieren an die neue Landesregierung, so schnell wie möglich Vorschläge vorzulegen, wie die ab 2014 wegfallenden EFRE-Fördermittel kompensiert werden können", so Volker Kufahl, Sprecher des Festivalnetzwerks. "Wir sind uns bewusst, dass die neue Landesregierung erst seit kurzer Zeit im Amt ist. Aber die Zeit drängt, denn die Filmfestivals befinden sich bereits in der Haushalts- und Programmplanung für das kommende Jahr. SPD und Grüne haben im letzten Jahr die Gefährdung der Festivalförderung zum Gegenstand kleiner Anfragen an die damalige Landesregierung gemacht. Jetzt erwarten wir, dass beide Fraktionen in Regierungsverantwortung den Worten auch Taten folgen lassen".

Zum Hintergrund: Die alte Landesregierung hatte die seit 2007 bestehende Förderung der Film- und audiovisuellen Medienwirtschaft aus Strukturfördermitteln der EU (EFRE-Gelder) 2013 auslaufen lassen. Damit reduziert sich die Festivalförderung ab 2014 um über 25% (jährlich rund 200.000 Euro). Der Wegfall der Mittel bedroht im Einzelfall die wirtschaftliche und inhaltliche Substanz der Festivals.


In seiner Stellungnahme verweist das Netzwerk zugleich auf den stetig sinkenden Anteil der Landesförderung an der Festivalfinanzierung bei gleichzeitig kontinuierlich steigenden Veranstaltungskosten, u.a. durch die Digitalisierung. Kufahl: "Im bundesweiten Vergleich zeichnet sich die niedersächsische Festivallandschaft durch große Vielfalt und hohe Qualität aus. Mit seinen Filmfestivals, die jährlich hunderttausend Besucher begeistern, kann das Land punkten. Wir möchten diese Qualität sichern und die Konzeption der Festivalförderung gemeinsam mit Land und nordmedia weiterentwickeln".

Mitglieder des Festivalnetzwerks sind die internationalen Filmfestivals in Braunschweig, Emden, Oldenburg und Hannover („up-and-coming“), das European Media Art Festival und das Unabhängige Filmfest in Osnabrück, das „Sehpferdchen“-Festival in Hannover und das Europäische Filmfestival in Göttingen.

Zweite Stellungnahme des niedersächsischen Festivalnetzwerkes zum drohenden Wegfall der Festivalförderung aus EFRE-Mitteln ab 2014

1. Trotz der Proteste der niedersächsischen Festivals seit Mai letzten Jahres wird die seit 2007 bestehende Förderung der Film- und audiovisuellen Medienwirtschaft aus EFRE-Fördermitteln ab 2014 eingestellt. Weder die alte noch die neue Landesregierung hat bisher konkrete Vorschläge vorgelegt, wie diese Fördermittel kompensiert werden können.
Damit droht eine Kürzung der Festivalförderung um jährlich rund 200.000 Euro (um über 25%). Davon sind acht Filmfestivals mit zum Teil internationaler Ausstrahlung betroffen, von denen sich einige bereits in der Vorbereitung für 2014 befinden.
Das Festivalnetzwerk fordert die neue Landesregierung dringend auf, den Verlust der Fördermittel auszugleichen und dafür Sorge zu tragen, dass die Festivals auch nach 2013 in mindestens der bisherigen Höhe gefördert werden.

2. Seit 2005 stagniert die von der Nordmedia Fonds GmbH vergebene Festivalförderung aus Landesmitteln, während die Veranstaltungskosten der Festivals erheblich gestiegen sind. Der Anteil der Landesförderung an der Finanzierung der Festivals sinkt dadurch kontinuierlich. Dies steht im Widerspruch zum erklärten Ziel der Nordmedia, die überregional bedeutenden Festivals „in ihrem Bestand zu sichern und zu stärken“.
Auch die neuen Regierungsfraktionen haben in ihrer Koalitionsvereinbarung erklärt, die kulturelle Filmförderung auszubauen und die Festivalförderung fortzusetzen.
Die geförderten Festivals fordern die Landesregierung vor diesem Hintergrund auf, die Zuweisungen aus Landesmitteln an die nordmedia Fonds GmbH angemessen aufzustocken und die Festivalförderung proportional anzupassen.

3. Das Festivalnetzwerk hat im engen Dialog mit der Staatskanzlei des Landes Niedersachsen und der nordmedia eine umfangreiche Evaluierung der geförderten Festivals initiiert und für eine Weiterentwicklung der Festivalförderung die benötigten Daten geliefert.
Das Festivalnetzwerk fordert die Landesregierung und die nordmedia auf, die Festivalförderung auf dieser Basis gemeinsam mit den Festivals und auf konzeptioneller Grundlage weiterzuentwickeln, um die Vielfalt und Qualität der niedersächsischen Festivallandschaft langfristig zu erhalten und auszubauen.

Unterzeichner:
  • European Media Art Festival, Osnabrück
  • Europäisches Filmfestival Göttingen
  • Internationales Filmfest Braunschweig
  • Internationales Filmfest Emden Norderney
  • Internationales Filmfest Oldenburg
  • Sehpferdchen - Filmfest für die Generationen, Hannover
  • up-and-coming - Internationales Film Festival Hannover
  • Unabhängiges Filmfest Osnabrück

Kontakt:
Niedersächsisches Festivalnetzwerk
Volker Kufahl
Tel. 0531-702202-0
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 10. September 2013 um 11:48 Uhr